Ausstellungsbesprechungen

Neue Malerei – Junge Kunst aus der Sammlung Frieder Burda

Mit viel Euphorie wird seit Jahren die Wiedergeburt der Malerei gefeiert, die keineswegs nur in Leipzig um Arno Rink und Neo Rauch gepflegt wird. Ganz subjektiv mischt das Museum Frieder Burda im Künstlerkarussell mit und zeigt die Schau »Neue Malerei«, eine Präsentation der Neuerwerbungen aus den Jahren 2002–2005.

Es sei, so der Hausherr über seine Vorlieben, »eine Sammlung entstanden, welche manche Künstler und Kunstschulen ausschließt, die in anderen vergleichbaren Sammlungen einen hohen Stellenwert genießen mögen«. Dazu wird nicht jede Vorliebe als Wunsch auch ihre Erfüllung finden, für Arbeiten von Rauch oder Weischer werden die Interessenten Schlange stehen; oder es fehlen Namen auf der Wunschliste, die es verdient hätten, in einer so respektablen Sammlung wie der von Frieder Burda ein Plätzchen zu finden – hier seien nur Eckart Hahn oder Mahmut Celayir genannt, die innerhalb der Gruppe neuer Realisten ganz neue Facetten erschließen.

Es ist mittlerweile wieder guter Ton, den Begriff der Schönheit im Munde zu führen, ohne sich die durchaus verlockende Hintertür der Hässlichkeit offen halten zu müssen. Und es ist natürlich nicht so, dass der schöne Schein als solcher nicht erkannt worden wäre. Die Maler bedienen sich sowohl der verschiedensten Medien, um ihnen malerisch Paroli zu bieten oder ihnen so unter die Arme zu greifen, als auch der ästhetischen Theorien, um darzulegen, dass es den Tiefenblick unter die Oberfläche auch ohne intellektuellen Überbau gibt.

Neue Malerei heißt übrigens nicht automatisch auch »junge« Malerei. Allein von den 36 auch katalogisierten Künstlern sind 13 in den 50er-Jahren oder früher geboren, mit Georg Baselitz ist sogar ein längst schon klassischer Name vertreten, für den 2005 überraschend verstorbenen Dieter Krieg ist die Ausstellung zur Gedächtnisschau geworden. Insgesamt wird die Welt nicht neu erfunden, wohl aber die Wirklichkeit – und die birgt nach wie vor faszinierende Geheimnisse, denen Günther Förg, Eberhard Havekost, Heribert C. Ottersbach, Dirk Skreber und all die anderen in Baden-Baden irritierend nahe kommen.

 

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Öffnungszeiten
Di–So 11–18

Eintritt
8 EURO / erm. 6 EURO, Schüler ab 10 Jahre 4 EURO