Meldungen zum Kunstgeschehen

Ostrale'010 - Rites of Passage

Die OSTRALE´010 präsentiert vom 27. August bis zum 19. September in den maroden Strukturen des ehemaligen Erlwein Schlachthofes im Ostragehege in Dresden zum vierten Mal das gesamte Spektrum der gegenwärtigen Kunstschaffenden und hat sich in kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Kunstfestivals in Deutschland und Europa entwickelt.

Zum diesjährigen Festival werden insbesondere Künstler eingeladen, die sich mit den noch vor Ort belassenen Altmaterialien auseinandersetzen und sie im transformatorischen Sinne künstlerischer Rites of Passage zu neuer Ordnung zusammenfügen. Mehr als 200 Künstler aus Malerei, Bildhauerei, Plastik, Klang-, Licht-, Video-, Konzept-, Installations-, Aktions- und Performancekunst präsentieren auf 15.000 m² Ausstellungsfläche und 50.000 m² Außenfläche internationale und europäische, junge und etablierte Kunst.

Programm

Mit OSTRALE.auswärts wird “Kunst im öffentlichen Raum” inszeniert und als StreetArt vor allem außerhalb des Areals des OSTRALE-Zentrums wahrnehmbar sein.

Kin.OSTRALE wiederum ist ein Format zeitgenössischer Filmkunst, welche auf wechselnde Weise einen Bezug zu den ausgestellten Kunstwerken herstellt.

OSTRALE.xtra beinhaltet programmatisch all jene zeitgenössischen Ausdrucksformen, die sich im Grenzgang zwischen darstellender und bildender Kunst bewegen und sich mit Räumen und Außenarealen neuartig auseinandersetzen.

Out of OSTRALE schließlich ist eine im Anschluss an die OSTRALE stattfindende Wanderausstellung ausgewählter Arbeiten. Sie wird in verschiedenen europäischen Städten mit dem Anspruch realisiert werden, im Rahmen von europäischen Partnerschaften auch dort eine funktionale Neuinterpretation von Industriegebäuden vorzunehmen und ungenutzten, leer stehenden Raum wieder zu beleben und zu transformieren. Im Jahr 2010 sind die Städte Katowice in Polen, Eupen in Belgien und Vilnius in Litauen vorgesehen.

In Kattowitz ist der Ausstellungsort eine alte Zeche. Sie befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Schachtes der Wieczorek-2 Miene, deren Geschichte bis in das Jahr 1826 zurück reicht. Heute wird diese ehrwürdige Struktur unter anderem als Ausstellungsort der Wilson Shaft Gallery (ca. 2500 m² Ausstellungsfläche) genutzt. Das gesamte Gelände ist in drei Hallen unterteilt: die sogenannte Kleine, die Mittlere und die Galerie.
In Eupen steht eine alte Klosterschule, das “Heidberg”-Kloster, aus dem frühen 18. Jahrhundert, zur Verfügung. In den Klosterzellen der Ordensschwestern, den Wohnräumen der Novizen, den Schulund Lehrzimmern, in dem Kirchenraum, der Kapelle sowie in einer kleinen Turnhalle wird wiederum zeitgenössische Kunst in einen völlig neuen Kontext zu den außergewöhnlichen, historisch geprägten Räumlichkeiten gesetzt.
Auf diese Weise sind die Werke international und in unterschiedlichsten Räumen in einem jeweiligen Zeitraum von einem Monat “auf Tour”, so dass die OSTRALE insgesamt über 5 Monate im europäischen Raum präsent ist und ein noch größeres internationales Publikum erreichen wird. Zugleich wird hiermit ein stetig wachsendes europäisches Netzwerk von Kulturschaffenden und Institutionen aufgebaut.


OSTRALE Kulturpädagogik:
Ergänzend zu den genannten, sich verstetigenden Vermittlungs- und Beteiligungsmaßnahmen wird die OSTRALE mit der Kulturpädagogik ein weiteres soziokulturelles Vermittlungsinstrument in die zukünftigen Aktivitäten einbinden. Diese kann ihrem Ansatz nach als ein “Soziales Kulturmanagement” bezeichnet werden und richtet sich innovativ auf die zielgruppenorientierte Integration und Partizipation aus. Hierbei bilden Vermittlungsfunktion, Organisation und Marketing eine Einheit.

Publikumswerkstatt
Im Sinne der Neuordnung von Altmaterialien des OSTRALE Geländes durch die Künstler, soll Material, was für die Vorbereitung der OSTRALE nicht genutzt wurde sowie Restmaterialien, die bei vor Ort entstandenen Kunstwerken keine weitere Verwendung finden, als Ausgangsmaterial für eine Publikumswerkstatt dienen. Hier wird dem OSTRALE-Publikum die Möglichkeit geboten, beim Betrachten der ausgestellten Werke entstandenen Fragen und Antworten nachzugehen und eigene Fragen und Antworten mit den Möglichkeiten der Künstler zu formulieren. Am Austausch mit dem Publikum interessierte Künstler können in die Arbeit der Publikumswerkstatt mit einbezogen werden. Die Publikumswerkstatt bietet so vor allem die Gelegenheit, das Erlebnis von Führungen nachhaltig zu vertiefen und die Bedeutung künstlerischen Schaffens nachzuvollziehen. Wo empfunden wurde "Das kann ich auch!", kann ein unmittelbarer Selbstversuch die Sinnhaftigkeit der Arbeit und das Erlebnis der Kunst in ein neues Licht rücken.Neben den klassischen Zielgruppen von Schülern und Studenten werden mit der Publikumswerkstatt auch gezielt ein Bildungsprogramm für Menschen mit sozial-benachteiligtem Hintergrund angeboten, denen z.B. fehlende Qualifikationen den Einstieg in die erste Arbeitswelt erheblich erschweren. Einen kreativen Ausdruck selbständig zu erarbeiten, vermittelt auch immer neue Lösungsansätze für den eigenen Alltag. Letztendlich ist es der kreative Umgang mit der eigenen Situation, der es ermöglicht, den ersten Arbeitsmarkt für sich zu erschließen und das scheinbare Labyrinth der Gesellschaft zu verstehen.