Meldungen zum Kunstgeschehen

AFGHANISTAN2010

Nach dem Thema Lust widmet sich die zweite Ausstellung der Bazonnalen vom 2. bis 31. Oktober 2010 dem heiklen Thema "Afghanistan". Ausstellungsort ist wieder die ehemalige Weimarer Viehauktionshalle.

Afghanistan2010@vdg Weimar
Afghanistan2010@vdg Weimar

Kaum ein Thema scheint in der internationalen aber auch nationalen Wahrnehmung aktueller zu sein, als der Konflikt in Afghanistan. Am 31. Mai trat der deutsche Bundespräsident Horst Köhler zurück, wegen seiner angeblichen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Das Thema scheint einem Pulverfass zu gleichen, auf das sich jeder Politiker und Journalist setzt, der sich auch nur annähernd dazu äußert. Doch was schürt diesen Konflikt in Afghanistan, was bedeutet er für die Welt, für die an dem Konflikt beteiligten Länder, für die persönliche Wahrnehmung?

Die Bazonnale 02 in Weimar kündigt an, persönliche und künstlerische Perspektiven zu Afghanistan zur Diskussion zu stellen. Schlüsselbegriffe des Afghanistan-Themas wie Kolonialismus, Russen, Amerikaner, Palästina-Konflikt, Nahost-Kriege, Öl, Islam, 11. September, Taliban, El Quaida, Iran, Pakistan, Schlafmohn, Lapislazuli, Frauenrechte, Waffenhandel, Vielvölkerstaat, Kriegsopfer, Bundeswehr, Buddha-Statuen, Tanklaster, Medienpräsenz etc. müssen dazu nicht erst aufgesagt werden, sondern sind der Künstlerschaft selbst bekannt. Die Ausschreibung zur Bazonnale 02 AFGHANISTAN2010 fordert deutsche aber auch internationale Künstler auf, ihre Meinung zum Konflikt in Afghanistan bildkünstlerisch zu äußern.

Unter dem Konzept der Bazonnale (griech. der Schwätzer) wird eine Ausstellungsserie organisiert, zu der weltweit Künstler eingeladen sind, sich zu brisanten politischen, wirtschaftlichen, philosophischen oder gesellschaftlichen Themen künstlerisch zu äußern. Den Teilnehmern ist es selbst überlassen, welche Arbeiten sie für die Ausstellung einreichen. Damit bietet diese Ausstellung die Möglichkeit, eine Dokumentation der gegenwärtigen Tendenzen zu Themen aber auch Techniken der bildenden Kunst zu präsentieren.

Die Bazonnale ist von dem Leitgedanken geprägt, vom künstlerischen, nicht vom institutionellen Standpunkt aus zu agieren und wird von Künstlern und Kunsthistorikern frei koordiniert. Deshalb soll keine inhaltliche sowie ästhetische Vorauswahl getroffen und alle eingereichten Arbeiten nach Möglichkeit auch ausgestellt werden. Die Kunst zeigt sich im Vergleich mit anderen Werken – nicht durch die Vorauswahl des Galeristen oder des Kurators.

Weitere Informationen zur Ausstellung und zur Ausschreibung finden Sie hier.