Tagungen

Workshop: Sprache & Topik populärer Kunstgeschichte, am 17. und 18. April 2015 in Siegen

Der gemeinsam veranstaltete Workshop entsteht in Zusammenarbeit der Universität Siegen und des Bildarchivs Foto Marburg. Er untersucht die besonderen Spezifika einer populären Kunstgeschichte. Dabei spielt insbesondere die Sprache eine große Rolle.

Kunstgeschichte als Disziplin war nie alleinige Angelegenheit einer akademischen Elite, sondern von Beginn an um populäre Vermittlung ihrer Inhalte bemüht. Auf diesem Feld entfaltete sie eine Breitenwirkung wie kaum ein anderes Fach. Ob in volkstümlichen Buchreihen, kommerziellen Zeitschriften, im Feuilleton oder in der Erwachsenenbildung – häufig war Sprechen und Schreiben über Kunst an ein breites, nicht fachlich gebildetes Publikum adressiert und zielte auf Laien und Liebhaber.

Konkret wäre danach zu fragen, inwiefern das Fach für die Aufgabe der Kunstvermittlung eine eigene Sprache entwickelt hat. Gibt es einen ›literarischen Stil‹ populärer Kunstgeschichte? Und wie verortete sich das Schreiben und Sprechen über Kunst im Spannungsfeld von Bildungs- und Alltagssprache, zwischen Wissenschaftsprosa, Essayistik und Unterhaltungsliteratur?

Der Siegener Workshop möchte die Aufmerksamkeit auf die spezifische Sprachlichkeit populärer Kunstgeschichte lenken – mit ihren Topiken und Tropen, ihren verschiedenen Stillagen und Erzählmustern. Er problematisiert, wie sich in der Sprache ›populäres Wissen‹ konstituiert und auf welche Weise dabei didaktische Absichten realisiert, politische Interessen artikuliert oder ideologische Gehalte transportiert wurden und werden.

Programm

Freitag, 17. April 2015

13.30 – 14.15 Uhr
Andreas Zeising (Siegen)
Populäre Kunstgeschichte zwischen Alltags- und Bildungssprache

14.15 – 15.00 Uhr
Marcus Müller (Heidelberg)
Popularisieren und Überleben – Erzählen in der Kunstgeschichte

15.00 – 15.45 Uhr
Elisabeth-Christine Gamer (Mannheim)
Kritische Analyse populärer Kunstdiskurse: Martin Warnkes »Weltanschauliche Motive in der kunstgeschichtlichen Populärliteratur«

15.45 Uhr Kaffeepause

16.15 – 17.00 Uhr
Joseph Imorde (Siegen)
Alpenmetaphorik und populäre Kunstgeschichte

17.00 – 17.45 Uhr
Noemi Smolik (Bonn)
Sprache als Tarnung

17.45 – 18.30 Uhr
Karin Puck, Kirsten Schwarz (Siegen)
Sprache als Werkzeug der Kunstvermittlung im Museum

18.30 Abschlussdiskussion

Samstag, 18. April 2015

9.00 – 9.45 Uhr
Stephanie Marchal (Bochum)
Bildparallelitäten. Modi der Bildbeschreibung bei Julius Meier-Graefe

9.45 – 10.30 Uhr
Melanie Sachs (Marburg)
»Zu den Rechenpfennigen des kritischen Marktverkehrs« – Subjektivität und Objektivität als Topoi der Bewertung der Gegenwartskunst in Kunstgeschichten
um 1900

10.30 – 11.15 Uhr
Magdalena Bushart (Berlin)
Kunstgeschichte als Krisenbewältigung. Adolf Behnes »Strukturgesetze der deutschen Kunst«

11.15 Uhr Kaffeepause

11.45 – 12.30 Uhr
Anna Brus (Siegen)
Die Erfindung der Weltkunst um 1900 – populäre Sammelbände zwischen Kulturrelativismus und Evolutionismus

12.30 – 13.15 Uhr
Ursula Ströbele (Berlin)
Die bildende Kunst im Spiegel der Literatur

13.15 – 14.00 Uhr
Helen Barr (Frankfurt am Main)
Die Kunst ist im Bilde. Comics und ihre Kunstgeschichte(n)
14.00 Abschlussdiskussion

Ende gegen 15.00

Der Workshop steht im Zusammenhang der Siegener Forschungsinitiative »Pop-Moderne«. Er ist ein Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Kunstgeschichte der Universität Siegen und des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gegenwartskunst Siegen.

Veranstaltungsort:
Museum für Gegenwartskunst Siegen
www.mgk-siegen.de

Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kontakt
Prof. Dr. Joseph Imorde | Dr. Andreas Zeising
Universität Siegen
Fakultät II, Lehrstuhl für Kunstgeschichte
Adolf-Reichwein-Strasse 2
D-57068 Siegen

Prof. Dr. Hubert Locher | Melanie Sachs, M.A.
Philipps-Universität Marburg
Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg
Biegenstr. 11
D-35037 Marburg