Buchrezensionen, Rezensionen

Claude Monet - »Ich will das Unerreichbare«, Hörbuch von Pierre Oser, Hörbuchverlag Westfire Entertainment 2010

Den als Pionier der Malerei zwischen 1880 und der Jahrhundertwende bekannt gewordenen und von modernen Künstlern wie Kandinsky, Masson und Chagall gewürdigten Claude Monet kann der Zuhörer anhand vertonter Originaldokumente und anderer Überlieferungen nachspüren. Unsere Autorin Elena Korowin hat den Impressionen aus dem Leben des berühmten Malers gelauscht.

Oser © Cover Westfire Entertainment
Oser © Cover Westfire Entertainment

Claude Monet und Auguste Renoir wurden im November vor 170 Jahren in Paris geboren, beide sind zu Ausnahmekünstlern geworden, deren Namen eng mit der Entwicklung der modernen Kunst verwoben ist. Wenn man sich schon mal mit Monet auseinander gesetzt hat, dann weiß man um die Fülle mannigfaltiger Beiträge aus Fernsehen, Radio und Büchern, die uns den Künstler näher bringen möchten. Monet ist ein Publikumsrenner und auch ein Liebling der Forschung. Wenn man das alles bereits weiß und vielleicht auch schon ein Paar Bücher gelesen oder Beiträge konsumiert hat, darf man sich getrost die Frage stellen: Warum muss denn nun schon wieder ein neues Hörbuch über Monet auf den Markt? Die Antwort darauf lässt sich in Monets Werk finden – er war Anhänger von Wiederholungen, die neue Aspekte ans Licht bringen. Die Kathedrale von Rouen ist immer wieder das gleiche Gebäude nur in neuem Licht, so ist es auch hier – das Hörbuch bringt keine innovativen Ergebnisse oder skandalöse Geschichten von Monet, es vermittelt Eindrücke. Es ist weder biografisch noch kunsthistorisch, man folgt Monets künstlerischer Entwicklung, seinem Lebensweg, ohne zu tief einzutauchen. Der Name seiner Frau Camille taucht auf, doch man erfährt nicht all zu viel über sie, genauso wenig wie über seine Freunde und Mitstreiter. Das kann man getrost hinnehmen, wenn man nicht allzu sehr an genauen Tatsachen interessiert ist, denn dafür unternimmt man eine Reise durch Monets Leben und bekommt einzelne Impressionen seiner Kindheit und Jugend, seiner Überzeugungen, der Lehrjahre in Paris, seiner Arbeitsmethoden und schließlich seines Lebens als namhafter Maler in Giverny. Diese Momentaufnahmen wirken authentisch, weil sie nicht aus der Feder eines analysierenden und psychologisierenden Kunsthistorikers stammen, sondern aus Originaldokumenten von Monet und seinen Nächsten. Es sind Briefe an Verwandte, Freunde und Kollegen sowie Eindrücke von Zeitgenossen, die dieses Hörbuch so persönlich und überhaupt nicht didaktisch wirken lassen. Ein sehr schöner Grund, um sich im kalten November mit einem Wein auf das Sofa zu kuscheln und Impressionen aus dem Leben dieses großartigen Künstlers einfangen zu können.