Tagungen

Symposium: Denkmal Ost-Moderne II. Denkmalpflegerische Praxis der Nachkriegsmoderne, vom 31. Januar bis 1. Februar 2014 in Weimar

Die Bauten der 1960er und -70er Jahre erfahren seit einigen Jahren vermehrt die Aufmerksamkeit von Seiten der Kunstgeschichte und Denkmalpflege. Bereits 2011 widmete die Bauhaus-Universität Weimar diesem Thema eine Tagung, bei der es vor allem um den Umgang mit den Bauwerken ging. 2014 rücken auch praktische Aspekte in den Blickpunkt: Erste Erfahrungen aus der Denkmalpflege, Probleme der Inventarisation und die Denkmaleigenschaften der Nachkriegsbauten werden diskutiert. Zu Wort kommen Architekturhistoriker, Denkmalschützer, Ingenieure, Architekten.

Architektur und Städtebau der 1960er bis 1970er Jahre genießen mittlerweile eine große fächerübergreifende Aufmerksamkeit. Auch sind sie längst in der Praxis der Denkmalpflege angekommen. Den hierbei auftretenden Fragen widmet sich die zweite Tagungsveranstaltung von »Denkmal Ost-Moderne«: Welche Praxis der Denkmalpflege gibt es bereits? Wie sind beispielsweise die erhaltungswürdigen Bauten und Ensembles der DDR-Moderne zu ermitteln und nachvollziehbar zu begründen? Schließlich sind diese Bauten massenhaft und teilweise identisch gebaut worden. Ein ebenso zentrales Problem, das neben der praktischen Denkmalpflege auch die Inventarisation beeinflusst, ist die angeblich besonders schlechte Prognose nachkriegsmoderner Bauten hinsichtlich ihrer Denkmaleigenschaften. Dies betrifft einerseits die ganz grundsätzlichen Erhaltungschancen in nicht prosperierenden Regionen, andererseits die Sanierungsbilanz. Wie aber können Erhaltungsmaßnahmen denkmalgerecht gelingen und wie bereits vorhandene Erfahrungen für die breite Praxis produktiv gemacht werden?

Das Symposium will den Wissensstand zusammenführen und diskutieren. Während zu den Themen der Inventarisation und Denkmalkunde zumeist Denkmalpfleger von Hochschulen und Ämtern zu Wort kommen werden, sind die Herausforderungen der Erhaltungspraxis nur in interdisziplinären Perspektiven zu meistern. Architekturhistoriker, Restauratoren und Ingenieure werden Expertisen aus ihren Arbeitsbereichen beisteuern. Denkmalschützer und Architekten werden über die unterschiedlichen Erwartungen und Ziele im konkreten Umgang mit dem historischen Baubestand der DDR-Moderne berichten und ihre Strategien zur Diskussion stellen.

Programm

Donnerstag, 30. Januar 2014
20.00 Uhr Eröffnung Postergalerie (optional)
»Denkmal Ost-Moderne« Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten an der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte
Im Flur des Obergeschosses des Hauptgebäudes der Bauhaus-Universität Weimar

Freitag, 31. Januar 2014
Tagungsort: Hörsaal A, Hörsaalkomplex Bauhaus-Universität Weimar, Marienstraße 13

9.00 Uhr Begrüßung
Hans-Rudolf Meier (Bauhaus-Universität Weimar)
Philip Kurz (Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg)

Einführung
Mark Escherich und Roman Hillmann


1. Diskurse
Moderation Hans-Rudolf Meier (Weimar)

9.30 Uhr
Steine des Anstoßes. DDR-Architektur zwischen Altlast und Kulturerbe
Wolfgang Kil (Berlin)

10.00 Uhr
Rehabilitierung der DDR-Nachkriegsmoderne. Eine Diskursanalyse
Monika Motylinska (Berlin)

10.30 Uhr
Die (Ost-)Moderne und ihre Urheber. Architektenkollektive und ihr Werk
Ines Weizman (Weimar/London)

11.00 Uhr Kaffeepause

2. Inventarisation und Schutz
Moderation Mark Escherich (Weimar)

11.30 Uhr
Welche Denkmale welcher Moderne? Ein Forschungsprojekt
zum baulichen Erbe der 2. Hälfte des 20.
Jahrhunderts
Hans-Rudolf Meier (Weimar)

12.00 Uhr
Zwischen Mauerbau und Mauerfall - Berliner Denkmale der 1960er bis 1980er Jahre. Möglichkeiten der Denkmalerfassung und Listenfortschreibung in Zeiten rückläufiger Denkmalressourcen
Bernhard Kohlenbach (Berlin)

12.30 Uhr
Die Inventarisierung der Architektur der 1960er und 70er Jahre in Brandenburg - Praxis und Perspektiven
Martin Petsch (Berlin)

13.00 Uhr Mittagspause

Moderation Sigrid Brandt (Salzburg)

14.00 Uhr
Denkmale der DDR-Moderne in Thüringen. Inventarisation und Folgen
Holger Reinhardt (Erfurt)

14.30 Uhr
Central zone of New Belgrade. Evaluation, protection and restoration of mass housing blocks
Jelica Jovanovic (Wien)

15.00 Uhr
Instrumente des städtebaulichen Denkmalschutzes
am Beispiel der Karl-Marx-Allee Berlin, 2. Bauabschnitt
Kristina Laduch (Berlin)

15.30 Uhr Kaffeepause

3. Perspektiven der Substanzerhaltung
Moderation Bernhard Sterra (Dresden)

16.00 Uhr
Tragwerke und Bautechnik als Denkmalwert
Roman Hillmann (Berlin)

16.30 Uhr
Materialität der baukünstlerischen Gestaltung der DDR. Lösungsansätze für Vermittlung und Erhaltung
Anne Hierholzer & Thomas Danzl (Dresden)

17:00 Kaffeepause

17.30 Uhr
Typisierte Tragwerke. Konstruktion und Erhaltungsperspektiven
Volker Mund (Weimar)

18.00 Uhr
Vorhangwände der DDR – Konstruktion, Denkmalwert, Klimaanpassung
Bernhard Weller (Dresden)

18.30 Uhr Ende der Sektionen

Abendvortrag: Oberlichtsaal des Hauptgebäudes der Bauhaus-Universität Weimar

19.00 Uhr
SozRealismus und SozModernismus - eine ICOMOSInitiative zur Erfassung, Erhaltung und Erschließung des Nachkriegserbes in Mittel- und Osteuropa
Jörg Haspel (Berlin)
Im Anschluss Empfang und Buffet im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar

Sonnabend, 1. Februar 2014
Tagungsort: Oberlichtsaal des Hauptgebäudes der Bauhaus-Universität Weimar /
Hörsaal A, Hörsaalkomplex Bauhaus-Universität, Weimar, Marienstraße 13

4. Erhaltung und Sanierungspraxis
Moderation Ingrid Scheurmann (Bonn/Dortmund)

9.30 Uhr
»nicht berühren - weiterbauen - zerstören«
Gerd Jäger (Schwerin)

10.00 Uhr
Zwischen Tränenpalast und Café Moskau. Fallstudien
zur Konservierung der Ostmoderne im Zentrum von Berlin
Norbert Heuler (Berlin)

10.30 Uhr
Energetische Sanierung der DDR-Moderne.
Am Beispiel von Rostocker Bauten
Maik Buttler (Rostock)

11.00 Uhr
Komplexe Planungsanforderungen am Beispiel der
denkmalgerechten Sanierung der Neuen Mensa TUD
Norbert Zimmermann (Dresden)

11.30 – 13.00 Uhr Mittagspause

5. Kommunale Zwischenbilanzen
Moderation Roman Hillmann (Berlin)

13.00 Uhr
Denkmalpflegerische Erfahrungen in Rostock
Peter Writschan (Rostock)

13.30 Uhr
Denkmale und Denkmalensemble der späten DDR-Moderne
in Leipzig. Eine konservatorische Zwischenbilanz
Peter Leonhardt (Leipzig)

14.00 Uhr Kaffeepause

14.30 Uhr
Das Stadtzentrum von Chemnitz. Erhaltung von Denkmalen
und Ensembles der 1960er-und 1970er Jahre
Thomas Morgenstern (Chemnitz)

15.00 Uhr
Hinterm Horizont geht’s weiter. Dresdner Praxisbeispiele im Kontext
Bernhard Sterra (Dresden)

15.30 Uhr Abschlusspodium
Moderation Mark Escherich (Weimar)

16.45 Uhr Ende des Symposiums

Weitere Informationen

Eine Anmeldung bis zum 10. Januar 2014 (per Post, E-mail oder Fax 0 36 43 / 58 30 80) ist notwendig.

Informationen und das Programm finden Sie hier.
Die Tagungsgebühr beträgt 30€.